Die Familie Bertrand

Jahrgang 2021: rückblick und perspektiven in den châteaux und domaines gérard bertrand
Richard Planas, Direktor der Châteaux und Domaines Gérard Bertrand, beleuchtet den Jahrgang 2021 im Detail. Klimabedingungen, Bodenvorbereitung und biodynamische Maßnahmen – ein Rückblick auf das Jahr 2021 aus der Sicht der Weinberge.
Das Wesentliche
- Ein trockenes Jahr mit ausgeprägten und lokal sehr nuancierten Temperaturschwankungen.
- Ein Jahrgang, in dem die Arbeit des „Winzers" Früchte trägt, um die Weinlese mit gut ausbalancierten und vollkommen gesunden Reben anzugehen.
- Ausgeglichene Ertragslast, Frische in den Weinen, schöne Säurewerte : die Zutaten eines Jahrgangs, der Jahrzehnte überdauern wird.
- Ein Jahrgang mit typisch mediterranem Profil, mit lokalisierten klimatischen und hydrologischen Nuancen – insbesondere im Frühling und zu Beginn des Sommers –, die zweifellos die Eigenheiten jedes unserer Terroirs hervorheben werden: von den Pyrenäischen Ausläufern (Domaine de l'Aigle, Château la Soujeole, Domaine de l'Estagnère) bis zu den Küstenzonen (Châteaux L'Hospitalet, Château des Karantes, Domaine de Tarailhan), über die Ausläufer des Larzac (Château La Sauvageonne, den Clos du Temple, Château des Deux Rocs), des Schwarzen Gebirges (den Clos d'Ora und Château Laville Bertrou) und der Corbières (Château de Villemajou und Cigalus).
Die Weinlese begann am 26. August 2021 mit den Sauvignon- und Chardonnay-Trauben von Cigalus, an einem schönen sonnigen Tag ohne übermäßige Hitze.
In allen Châteaux und Domaines Gérard Bertrand ist der gesundheitliche Zustand des Weinbergs ausgezeichnet, mit einem sehr guten Verhältnis von Trauben zu Blattfläche: die idealen Bedingungen, um die Reife bis zum Ende der Weinlese voranzutreiben.
Die Säurewerte sind hoch, was vollmundig-aromatische und ausgewogene Weißweine sowie Rotweine mit überdurchschnittlichem Lagerpotenzial verspricht.
Verlauf der Weinkampagne 2021
Aus allgemeiner Sicht über unsere 16 Châteaux und Domaines: Mit einer geringen Niederschlagsmenge (-30 bis -50 % verglichen mit 2020) reiht sich 2021 unter die trockensten Jahre ein. Überall fiel der Regen hauptsächlich im Herbst und zu Beginn des Winters; im Frühling ist der Ansatz je nach Gebiet nuanciert: Die Niederschläge waren im Inland stärker als an der Küste und in den Corbières, bevor eine allgemeine und ausgeprägte „Sommerpause" einsetzte.
Ein milder und relativ trockener Winter führte zu einem frühen Austrieb der Rebe. Wir hatten im Herbst Gründünger gearbeitet, indem wir jede zweite Reihe eingesät haben.
Im Frühling werden wir uns an die Nacht vom 7. auf den 8. April 2021 erinnern, als eine Kaltluftmasse aus Nordeuropa über das Languedoc hereinbrach, während die Rebe bereits ihren Vegetationszyklus begonnen hatte. Wir haben die am stärksten gefährdeten Parzellen an den unteren Hanglagen geschützt, indem wir nächtliche Feuerkörbe entzündeten und so die Auswirkungen dieses Frühjahrsfrostes auf die bevorstehende Ernte abmilderten.
Als unsere Reben von diesem Ereignis betroffen wurden, waren sie in sehr guter Verfassung. Sie haben es tapfer überstanden, begleitet von biodynamischer Pflege. Einige Wochen später konnten wir feststellen, dass es uns gelungen war, das Erntepotenzial entsprechend unseren Qualitätsansprüchen auf allen unseren Châteaux & Domaines zu erhalten und die Verluste auf 20 % der Ernte zu begrenzen.
In den darauffolgenden Wochen verlief die Blüte ohne übermäßige Hitze. Sie ließ sich Zeit. Die Frühlingsregen, insgesamt wenige, fielen zum richtigen Zeitpunkt, um die Herbst- und frühen Winterregen abzulösen und eine gute mineralische Ernährung zu gewährleisten, die für das Wachstum und den Aufbau der Blattfläche (photosynthetischer Motor der Reifung) unerlässlich ist.
Wir haben die Böden durch regelmäßige Bearbeitung nach dem Prinzip „einmal hacken spart zweimal gießen" vorbereitet: eine Technik, die das gute Funktionieren der Böden fördert, indem sie den Konkurrenzdruck zwischen Rebstöcken und natürlicher Begrünung begrenzt, und die Ernährung durch Zufuhr organischer Substanz in den Boden stimuliert. Dies fördert auch die Mineralisierung der Böden und die Assimilation der natürlich vorhandenen Mineralien, um eine harmonische Entwicklung der Rebe zu ermöglichen.
Wir haben diese aktive Präsenz mit den Anwendungen der biodynamischen Blattdünger (Hornmist und Hornkiesel, Kräutertees und ätherische Öle) und dem gezielten Einsatz organischer Düngung verbunden, um eine vegetative Entwicklung in Einklang mit der Ertragslast zu gewährleisten.
Der Sommer war gemäßigt, mit einem Wechsel zwischen sonnigen Perioden der Jahreszeit und kühleren Phasen. Aber, ohne Regen war das Wassermanagement eine wesentliche Herausforderung für die Führung des Weinbergs. Wir haben daher die Zerstörung der Begrünung vorgezogen, um den Konkurrenzdruck zu begrenzen.
Der Weinbauertrag erstreckt sich über 2 Jahre; da der vorangegangene Jahrgang wasserreich war, verlief die Blütenanlage unter optimalen Bedingungen. So war schon früh ein recht reichlicher Traubenansatz zu beobachten. Die sorgfältige Überwachung durch unsere Rebschneider begünstigte die richtige Knospenzahl je Stock im Einklang mit unseren Ultra-Premium-Zielen für unsere Weine.
Wir gehen in die Weinlese mit einem gut kalibrierten „Verhältnis von Ertrag zu Blattfläche" und einem funktionalen Blattwerk, das die Reifung der Trauben unter bestmöglichen Bedingungen gewährleistet.
Das Saisonende zeichnet sich mit dem berühmten „Altweibersommer" ab, der einen außergewöhnlichen Gesundheitszustand der Trauben sicherstellt, damit sie sich vor ihrer Einkellerung mit Sonne vollsaugen können.
In diesem Jahr haben die biodynamischen Anwendungen (auf Basis von Kräuterteese, fermentierten Pflanzenextrakten) eine besonders wichtige Rolle dabei gespielt, die harmonische Entwicklung der Vegetation zu begleiten und die natürlichen Abwehrkräfte gegenüber klimatischen (Trockenstress) oder parasitären Belastungen zu stimulieren.
Sie folgten im Rhythmus der Jahreszeiten und der planetarischen Konstellationen aufeinander: Maria-Thun-Kompost aus Kuhmist im Herbst, Hornmist im Frühling und Hornkiesel während der vegetativen Wachstumsphasen der Rebe…
Die biodynamischen Anwendungen (auf Basis von Kräuterteese, fermentierten Pflanzenextrakten) haben eine stimulierende Rolle für die Vitalität des Blattwerks gespielt. In diesem Jahr haben, je nach Domaine, Schafgarbe, Brennnessel und Eichenrinde unseren Reben ermöglicht, sich an starke Hitze, Trockenphasen oder maritime Feuchtigkeit anzupassen.
Der Gesundheitszustand des Weinbergs erweist sich als ausgezeichnet, zum Preis einer täglichen Wachsamkeit und Aufmerksamkeit wie jedes Jahr, um jeden Rebstock bis zur Weinlese zu begleiten und dabei jede Parzelle abzuschreiten.
Die Weinlese hat gerade erst begonnen, und wir stecken all unsere Energie in diese letzte Gerade, um die Trauben auf ihren optimalen Reifegrad zu bringen und alle Aromen eines außergewöhnlichen Jahrgangs zu enthüllen.
Verfolgen Sie unsere Weinlese, Domaine für Domaine:
- Die Zukunft in Cigalus willkommen heißen... Traube für Traube
- Die Zukunft willkommen heißen... Parzelle für Parzelle mit der Biodynamie
- Domaine de l'Aigle, am Schnittpunkt der Terroirs und Klimazonen










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